Pressemeldung vom 26.03.2010
Lohnt sich Photovoltaik noch?
Durch die staatliche Förderung und die hohe Einspeisevergütung gab es einen Boom in der Photovoltaikbranche. Mit dem Beschluss einer zusätzlichen und außerordentlichen Kürzung der Einspeisevergütung um 16 Prozent könnte der Boom ab 1. Juli einen deutlichen Dämpfer bekommen. Denn wenn Hausbesitzer weniger Geld für Sonnenstrom bekommen, sinkt der Anreiz, eine Anlage zu kaufen.
5 bis 8 Prozent Rendite konnte ein Anlagenbetreiber in den vergangenen Jahren je nach Finanzierungsvariante mit einer PV-Anlage erwirtschaften. Und das nahezu risikolos, da der Gesetzgeber die Abnahme und feste Vergütung des produzierten Stromes durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz über ein Laufzeit von 20 Jahren garantiert. Die zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme geltende Vergütung wird auch weiterhin über 20 Jahre garantiert, aber deren Höhe wird nun deutlich reduziert. Die Branche reagiert mit großen Vorbehalten.
Das Wetzlarer Solarunternehmen GeckoLogic kritisiert in erster Linie die Abläufe und das Maß der anvisierten Kürzungen, weniger dagegen den Grundsatz einer stärkeren Kürzung der Einspeisevergütungen. "Grundsätzlich geht an der Umorientierung auf innovative und vor allem regenerative Energien kein Weg vorbei. Die Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) war und ist eine sinnvolle Anschubhilfe. Generell sollte man aber mehr und mehr von der Förderung wegkommen. Allerdings nur in verantwortbaren Schritten, die nicht tausende neu entstandener Arbeitsplätze in der deutschen Solarindustrie gefährden", erklärt Vorstand Steve Gyoerffy. Um diese Problematik wissend hat der Gesetzgeber in seinem Beschluss ein Schlupfloch gelassen: Die Eigenverbrauchsregelung ließ er unangetastet.
Die Variante des Eigenverbrauchs
GeckoLogic rät seinen Kunden, nach Möglichkeit den produzierten Strom selbst zu verbrauchen. Denn die beschlossene Kürzung der Förderung bezieht sich nur auf jenen Solarstrom, den die Anlagenbetreiber in die öffentlichen Energienetze einspeisen. Verbraucht der Solaranlagenbetreiber seinen Strom hingegen selbst, bleiben die Einnahmen auch nach dem 1. Juli gleich -- wie die folgende vereinfachte Rechnung zeigt:
Betreiber von Solardachanlagen verbrauchen im Durchschnitt rund 30 Prozent ihres Stroms selbst -- und speisen 70 Prozent in die Netze ein. Für selbst verbrauchten Strom erhält der Betreiber derzeit garantierte 22,76 Cent/kWh Einspeisevergütung (über 20 Jahre Laufzeit ab Inbetriebnahme der Anlage). Hinzu kommen die eingesparten rund 20 Cent/kWh, die er anderenfalls an den Stromversorger hätte zahlen müssen. Der Gegenwert für selbst verbrauchten Strom beträgt also 42,76 Cent/kWh. Die Einspeisevergütung für ins Netz eingespeisten Strom liegt bei 39,14 Cent/kWh. Bei einem Einspeiseanteil von 70 Prozent und 30 Prozent Eigenverbrauch liegt der durchschnittliche Gegenwert einer Kilowattstunde Strom demnach bei 40,23 Cent. Nach dem 1. Juli liegt der Eigenverbrauch noch näher. Denn dann lässt sich durch den Mix von Eigenverbrauch und Einspeisung der Verlust durch die Förderkürzung auf nur 10,88 Prozent minimieren. Je höher der Eigenverbrauchsanteil ist, desto geringer wirkt sich die Kürzung aus. Bei 50 Prozent Eigenverbrauchsanteil liegen die Ertragseinbußen nur noch bei 7,64 Prozent.
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